Common Law und Equity: Unterschied erklärt

Das ist so anders, dass es die Referendare nicht beim ersten Lehrgang für immer behalten: Der Unterschied zwischen Equity und Common Law.

Ich erkläre die beiden Rechtssysteme, indem ich ins Jahr 1066 zurückschaue. Wie in Deutschland trafen sich die Dorfbewohner unter der Dorflinde. In England sprachen sie als Gleiche Recht. Sie beurteilten die Taten der Nachbarn. Sie sind die Peers. Noch heute glaubt Amerika an die Rechtsprechung durch die Peers der Jury.*

Der reitende Richter ritt dann von Dorf zu Dorf und berichtete, wie man bestimmte Situationen anderenorts löste: Er vermittelte das Gewohnheitsrecht. Er leitete das Verfahren. Wenn die Peers eine Lösung fanden, ein Verdict, das er für rechtmäßig hielt, fällte er auf der Grundlage des Verdikts ein Urteil.

Das gehört zum Common Law. Es erschöpft sich nicht darin, doch sind diese Aspekte charakteristisch und prägen das amerikanische Recht im US-Prozess.

Für Equity hat mein Lehrgang eine andere Geschichte aus der Geschichte. Ohne reitenden Richter. Ohne Peers und Jury. Die gehören nicht ins Equity-Recht. Auch heute in Amerika nicht.

*  Vor einigen Jahren erklärte der United States Court of Appeals for the Second Circuit in Fußnote 1 einer lesenswerten Urteilsbegründung die blutige Geschichte: Anfangs hatte derjenige Unrecht, den die Peers zuerst tot sahen. Kläger und Beklagter fochten den Streit in der Frühzeit handgreiflich aus. Das galt für Zivil- wie Strafrecht. Später wurde das materielle Recht differenzierter gestaltet, doch das Prozessrecht blieb recht unverändert.